Gibt es überhaupt Übermuttis und was sagt es über MICH aus, wenn ich eine kenne?!

Hallo meine Lieben

ich habe einige Zeit nicht mehr geschrieben und muss gestehen das ich neben der fehlenden Zeit auch einfach keine Worte fand für einen neuen Bericht, so eine „Schreibblockade“ hatte ich bisher noch nicht. Ich war so reizüberflutet mit Themen rund ums Mama sein, dass ich nicht mal mehr wusste welche Themen ich aufgreifen und in meinem Blog integrieren möchte. Es gibt so viele Dinge die mich interessieren, aber schon auf so vielen tollen Blogs ausführlich niedergeschrieben sind.

Heute habe ich mich spontan dazu entschieden nochmals das Thema „Übermutti“ anzugehen. Ich hatte schon einmal seit meinem Mama-Dasein darüber geschrieben, da es ein Thema ist mit dem ich schon mehrfach konfrontiert wurde und anfangs nicht so recht etwas damit anfangen konnte. Daher möchte ich nochmal etwas in diese Thematik eingehen, und meine Sicht der Dinge schildern und Euch mitteilen was es über EUCH aussagt, wenn Ihr eine „Übermutti“ kennt.


 

Ihr alle werdet schon einmal mit dem Begriff „Übermutti“ konfrontiert worden sein, sei es weil Ihr ihn selbst verwendet habt, jemanden kennt der ihn verwendet hat oder selbst als eine bezeichnet wurdet.

Ich selbst wurde schon recht früh nach der Entbindung mehrmals als „Übermutti“ bezeichnet. Anfangs wusste ich wenig damit anzufangen, war aber dennoch verunsichert. Mir stellten sich Fragen wie „Was ist genau eine Übermutti?“, „Wo fängt sie an, wo hört sie auf?“, „Schadet eine Übermutti ihrem Kind?“

Heute muss ich über diese Sorgen schmunzeln die ich mir machte und über die Tatsache das es mich so arg beschäftigt hat was andere von mir und meinen Erziehungsmethoden halten, aber damals hat es mich halt einfach sehr verunsichert als frischgebackene „Erstlingsmama“.

Ich persönlich hatte das Wort eher mit Frauen in Verbindung gebracht die Ihre Kinder in eine Gummizelle stecken würden damit sie sich nicht verletzen können. So sah eine „Übermutti“ in meinem Kopf aus. Nach einigen Gesprächen und Fragen auch an Euch, stellte sich schnell heraus das bei der anderen Mama eine „Übermutti“ ihrem Kind keinen Zucker gibt, bei wieder einer anderen fing es schon bei bewusstem Konsum an usw. Ich habe dann schnell begriffen das es diese „Übermutti“ überhaupt nicht gibt. Sie ist bloß ein Vorurteil in den Köpfen der Menschen oder sagen wir ein „Schimpfwort“ für die Menschen mit Vorurteilen.

Wir alle wollen das es unseren Zwergen an nichts fehlt und würden alles für sie tun. Dennoch gibt es Mütter die manches lockerer oder enger sehen wie andere. Während es für die einen (Mutter A) ok ist wenn Ihr Kind unter dem 1. Lebensjahr Zucker bekommt gibt es welche (Mutter B) die Ihrem Kind diesem erst danach geben und wiederum welche (Mutter C) die versuchen Zucker weitesgehend komplett zu meiden egal in welchem Alter. All diese Entscheidungen sind ok denn es sind die Mütter dieser Kinder und nur sie alleine entscheiden wie sie Ihre Kinder erziehen und welcher Weg für sie passt. (Gewalt, Vernachlässigung usw. schließe ich natürlich aus) Wie genau filtere ich jetzt die „Übermutti“ da heraus? Ist es nun die Mutter die ihrem Kind versucht möglichst gar keinen Zucker zu geben oder zählt schon die Mutter dazu die Ihrem Kind den Zucker erst ab etwa dem 1. Lebensjahr gibt? (Der Zucker dient hier nur als Beispiel)

Das kann man so pauschal gar nicht beantworten. Für den einen ist es Mutter C, für den anderen schon Mutter B & C, für wieder andere (darunter auch für mich persönlich) keine von beiden, höchstwahrscheinlich würde aber Mutter A nach einer Konfrontation mit einer der Mamis, diese Mutter als „Übermutti“ bezeichnen. Natürlich gibt es auch Mütter der Gruppe A die sich vielleicht sogar belehren lassen von Mutter B oder C, aber häufig entsteht der geschilderte Konflikt und Mutter B oder C ist die besagte „Übermutti“ geworden.

Die „Übermutti“ hat also gar keine allgemeine Eigenschaft, sie entsteht in den Köpfen anderer Mütter die selbst lockerere Erziehungsmethoden haben und sich oftmals mit der Konfrontation dieser Mütter schlecht fühlen, vielleicht sogar das Gefühl haben eine schlechtere Mutter zu sein und nehmen dann mit dieser Bezeichnung zum Angriff aus, in dem das Wort „Übermutti“ oder Sätze wie „Früher war das auch so „ als Rechtfertigung für Ihre Handlungen dienen.

Es gibt selbstverständlich Dinge die erwiesen sind, die keine Meinung erfordern um zu wissen was das beste für das Kind wäre. An welche Richtlinien sich eine Mutter hält, was sie für sich als zumutbar und richtig empfindet (sei es kostenmäßig oder zB. aus zeitlichen Gründen) das kann nur die Mutter selbst entscheiden. Aber es ist nicht der richtige Weg eine Mama als „Übermutti“ zu bezeichnen nur weil man weis oder denkt sie macht es besser als man selbst und man sich damit schlechter fühlt. Wenn Ihr nicht 100% hinter Euren Handlungen und Entscheidungen steht (und genau das ist nicht der Fall wenn eine andere Mama Euch daran zweifeln lassen kann), dann lasst Euch doch gerne auch mal belehren oder handelt eben so bzw. geht Kompromisse ein das Ihr zu 100% dahinter stehen könnt. Es ist also auch möglich Mutter B zu sein ohne Mutter C als „Übermutti“ zu sehen nur weil sie den besseren Weg geht. Und warum? Weil Ihr zu 100% hinter Eurer eigenen Entscheidung steht und sie demnach der richtige Weg für euch ist.

Aber jemand anderen schlecht zu machen, macht uns selbst nicht besser!

Was sagt es also über uns aus, wenn wir eine „Übermutti“ kennen? Richtig, wir sollten an uns arbeiten und die Entscheidungen finden hinter denen wir nicht hundertprozentig stehen, bis wir keine Übermutti mehr kennen!

 

 

 

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