Schwanger trotz PCOS & Hashimoto – Meine Geschichte / Kapitel 2. – Schlechtes Spermiogramm – Diagnose Diabetes & Metformin

Hallo Ihr Lieben,

heute könnt Ihr in Kapitel 2 lesen wie ein schlechtes Spermiogramm plötzlich alles niederschlagen kann, worauf dieses zurückzuführen war, und von meiner Diagnose Diabetes sowie der Metformin-Therapie.

Wie ich in Kapitel 1 bereits bekannt gab, möchte ich gerne Betroffenen oder Angehörigen von Betroffenen, die durch die Diagnose PCOS oder Hashimoto einen unerfüllten Kinderwunsch haben, Mut machen und Ihnen zur Seite stehen. Mit den Diagnosen gehen außerdem einige Fragen einher die ich versuche weites gehend in meine Geschichte mit einzubinden.

Vom Anfang meines Kinderwunsches, über die Diagnosen PCOS & Hashimoto bis hin zu meiner derzeitigen Schwangerschaft und darüber hinaus, könnt Ihr nun meinen Weg begleiten.

Meine Geschichte erscheint in mehreren Kapiteln die regelmäßig jeden Sonntag auf meinem Blog erscheinen!


 

Kapitel 2

Wie ein schlechtes Spermiogramm plötzlich alles niederschlägt.

 

In der Kinderwunschklinik wurden natürlich erneut wieder einige Untersuchungen durchgeführt. Diesmal aber nicht nur bei mir. Die Ärzte wollten natürlich auch wissen wie es um meinen Partner steht. Er musste also ein Spermiogramm machen lassen, natürlich keine angenehme Sache, aber was nimmt man nicht alles für ein Kind auf sich. Ich hatte nie wirklich bedenken dabei, er ist ein sportlicher Typ, raucht nicht, trinkt nicht und ernährt sich gesund. Doch leider fiel das SG zu unserem Entsetzen sehr schlecht aus. Er hatte nur wenige Spermien und fast alle davon waren bewegungsunfähig.
Das war natürlich doppelt schwer. Das ich die Verursacherin unseres unerfüllten Kinderwunsch bin, hatte ich schon schweren Herzens hingenommen, mit all den Komplexen die man gratis zu der Bestätigung des PCOS hinzubekommt. Doch nun sollte es uns auch noch doppelt erschwert werden?
Um ehrlich zu sein kamen in mir natürlich etliche Ängste auf. „Ist er bereit genauso weit für unseren Kinderwunsch zu gehen wie ich?“, „Gibt er sich genug Mühe?“, es ist eben etwas komplett anderes, wenn es in der eigenen Hand mehr oder weniger liegt und man weis wozu man bereit ist. Sein Kinderwunsch war schließlich nie so ausgeprägt wie meiner.
Ich vergaß bei all den Gedanken daran, total wie er sich dabei fühlen muss. Ihr könnt Euch vorstellen dass ein Mann, so eine Ansage, nicht so einfach wegsteckt. Es ging ihm ziemlich schlecht und auch seine Laune verschlechterte sich deutlich. Ich meine wer, wenn nicht ich, sollte ihn besser verstehen können? Ich fühlte mich nicht mehr fraulich und er sich nun „entmannt“. Aber was sollte ich schon sagen außer ihm zureden? Was hätte mir geholfen? Um ehrlich zu sein nichts. Er kam mit immer mehr mieser Laune Nachhause, immer wieder hörte ich von ihm wie er sich nieder machte, er sei kein richtiger Mann.
Man sollte diese Situation nicht unterschätzen. Es ist eine Phase die extrem die Beziehung strapaziert! Die Laune und die ständigen selbst bemitleidenden Worte, man weis selbst wie schwer es ist aber wenn man es ständig von anderen hört merkt man plötzlich wie nervig es werden kann. Das Sexualleben hat natürlich auch darunter gelitten wie Ihr Euch sicherlich vorstellen könnt. Ich las immer wieder von Beziehungen die in dieser Phase scheiterten. Umso wichtiger ist es, jetzt mehr denn je füreinander da zu sein und Verständnis zu haben!
Ich habe natürlich nicht aufgegeben, ich informierte mich also im Internet was wir tun können bis zum nächsten Spermiogramm. Er lebt nicht ungesund und daher gab es wenig zu verändern. In der Kinderwunschklinik bekamen wir ein Nahrungsergänzungsmittel empfohlen, ich wollte mich jedoch erst informieren, denn es war auch nicht gerade günstig. Nach ausführlichem informieren, versuchten wir es dann mit Nahrungsergänzungsmitteln, allerdings mit einem anderen als die Klinik vorschlug, die Erfahrungen mit dem aus der Klinik vorgeschlagenem Produkt, waren einfach schlechter als die mit der etwas günstigeren Variante fertilsan M, also nahmen wir diese.
Nach etwa 3 Wochen hatten wir das nächste Spermiogramm anstehen. Das erste Spermiogramm hat er in der Klinik gemacht, gleich nach der Arbeit, total unter Stress. Diesmal hatte er Urlaub und das ganze Zuhause gemacht und ist lediglich zur Abgabe dorthin gefahren, zudem dann noch die Nahrungsergänzungsmittel, ich war mir sicher, das Spermiogramm muss sich um einiges gebessert haben, doch leider war dem nicht so.
Das Ergebnis glich leider dem vorherigem. Ich konnte das überhaupt nicht glauben. Wir machten also einen weiteren Termin aus. Der nächste Termin stand also, und in 3 Monaten lässt sich doch so sicherlich einiges unternehmen dachten wir uns. Der nun behandelnde Arzt sagte uns klar, dass er keinen Sinn in einer Therapie meinerseits sieht, wenn das Spermiogramm weiterhin so schlecht bleibt. Sollte also das nächste Spermiogramm immer noch so schlecht abschneiden müssten wir uns entweder für eine Alternative wie der künstlichen Befruchtung entscheiden oder unseren Kinderwunsch erst mal über Board werfen.
Ich informierte mich also weiter, irgendwann wurde es fast schon ein Wahn, ich habe an wenig andere Dinge gedacht. Ich hörte von einem homöopathischem Mittel mit Mönchspfeffer (Phyto L) als Tropfen, welches für die bessere Qualität der Spermien des Mannes geeignet ist sowie für einen regelmäßigen Zyklus der Frau sorgen sollte. Trotz guter Hormonwerte bei mir hatte ich leider immer noch mit einem unregelmäßigem Zyklus und somit einem unregelmäßigem Eisprung zu kämpfen. Ich bestellte diese Tropfen also zusätzlich, außerdem sind wir als die Packung des Nahrungsergänzungsmittel fertilsan M aufgebraucht war, auf eine ganz günstige Variante aus dem hiesigen Drogeriemarkt umgestiegen da die Tabletten ja beim letzten Spermiogramm schon keine Wirkung zeigten.
Als wir nun das 3. Spermiogramm abgaben hatten wir im Anschluss daran einen Telefontermin, der Arzt teilte mir mit das sich das Spermiogramm nur minimal verbessert hätte und es sich seiner Erfahrung nach immer nur um eine kurzfristige Besserung handele. Seiner Meinung nach sei eine Therapie meinerseits also unnötig und Geldverschwendung. Ich teilte ihm mit das eine künstliche Befruchtung für uns, derzeit zumindest, nicht in Frage käme, da ich unter 25 bin und die Krankenkasse lediglich die Hälfte der Kosten übernehmen würde wenn, beide das 25. Lebensjahr abgeschlossen hätten und wir heiraten würden. Zu heiraten aus diesem Grund erschien uns falsch und das Alter stand im Weg. Natürlich gibt es auch Krankenkassen mit anderen Vorgaben aber ich war noch 3 Jahre an meine Krankenkasse gebunden, demnach ist zu diesem Zeitpunkt eine künstliche Befruchtung für uns ausgeschlossen.
Seine Worte daraufhin waren: „Frau Klein, es tut mir leid, aber dann werden Sie mit diesem Mann keine Kinder bekommen“!
Ich kann Euch gar nicht beschreiben wie es mir in diesem Moment ging. Ich fühlte mich leer und zu tiefst verletzt. Man zog mir den Boden unter dien Füßen weg. Meine komplette Zukunftsplanung die ich die letzten Monate austüftelte war plötzlich geplatzt wie eine Seifenblase.
 

Diagnose Diabetes Typ 2 & Metformin

Als ich dann in PCOS Foren noch zusätzlich erfuhr das es eine Therapie mit einem Medikament Namens Metformin gibt, die scheinbar vielversprechend ist, habe ich mich über dieses Thema ausführlich informiert.
Metformin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Biguanide, der bei nicht insulinabhängigerZuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) und insbesondere bei leichtem Übergewicht (Präadipositas) und krankhaftem Übergewicht (Adipositas) eingesetzt wird. (Quelle: Wikipedia)
Nachdem ich mich also informiert hatte, erfuhr ich das einige PCOS Erkrankten auch die Diagnose einer Insulinresistenz bekommen haben. Da mein Vater Diabetiker mit Typ 1 ist und ich schon länger unter Übergewicht leide, wollte ich das nun genauer abklären lassen und vereinbarte beim hiesigen Diabetologen einen Termin für einen Insulinresistenz-Test.
Dort habe ich dann die Diagnose Diabetes Typ 2 erhalten!
Ich muss ehrlich gestehen zu diesem Zeitpunkt habe ich mich sogar etwas über diese Diagnose gefreut, denn ich bekam Metformin und somit neue Hoffnung verschrieben, und bei meiner Diagnose muss ich das Metformin im Gegensatz zur reinen Insulinresistenz nicht einmal selbst zahlen. Der Diabetologe machte mir Hoffnung indem er mir sagte ich sollte i.d.R. in den nächsten 3 Monaten um die 6 Kg Körpergewicht mit den Tabletten verlieren und das die Erfahrungen gute Ergebnisse mit Kinderwunsch zeigen. Er erklärte mir aber auch die Nebenwirkungen, die sehr wahrscheinlich auftreten werden. Metformin wird gerade am Anfang von den wenigsten gleich vertragen, ich war also nicht die einzige die in der Anfangszeit ständig erbrochen hat und mit schweren Durchfällen zu kämpfen hatte. Es war so schlimm, dass ich nicht mal mehr einkaufen konnte, wenn die Krämpfe ganz schlimm waren habe ich ehrlich gesagt doch schon darüber nachgedacht diese Chance über Board zu werfen und die Therapie abzubrechen. Aber das war es mir nicht wert und der Arzt beruhigte mich schnell indem er mir erklärte das diese Nebenwirkunen normalerweise nach etwa 3 Wochen abklingen sollten. Und dies taten sie dann auch.
Abgenommen habe ich allerdings in der ganzen Zeit in der ich Metformin nahm nicht. Ich bekam einen sehr regelmäßigen Zyklus, auf den Tag genau fast. Allerdings zeigten Blutabnahmen beim Frauenarzt, dass dennoch kein Eisprung stattfindet. Dennoch schöpfte ich erneut Hoffnung denn der Zyklus hatte sich ja schließlich nach allem schon mal verbessert und wollte die Sache mit dem schlechten Spermiogramm nun auch genauer wissen.

Der Grund des schlechten Spermiogramms

Ich beschloss noch einen anderen Weg zu suchen, ich bekam Zweifel an den Ärzten der Klinik, vielleicht wollten sie bloß Profit schlagen statt eine aufwendige Therapie zu starten.
Ich rief also in der Klinik an, und bat sie darum mir eine Kopie der Spermiogramme zuzusenden.
Gemeinsam mit diesem Anruf tätigte ich einen weiteren, bei einem hiesigen Urologen, um für meinem Partner dort einen Termin auszumachen.
Ich wollte den Grund für das schlechte Spermiogramm herausfinden und gleichzeitig eine zweite Meinung über das Spermiogramm einholen.
Ich muss sagen es hat sich gelohnt.
Als mein Schatz vom Arzt kam, saß ich schon wie auf heißen Kohlen Zuhause und wollte unbedingt das Ergebnis der Untersuchung erfahren. Er teilte mir dann mit, dass sich zum einen das Spermiogramm welches der Arzt aus der Klinik noch als kaum verbessert darstellte, sich doch deutlich verbessert hatte, er hatte doppelt soviel Spermien als bei dem Spermiogramm davor, allerdings war immer noch die Mehrzahl der Spermien bewegungsunfähig.
Außerdem hatte er eine Krampfader im linken Hodensack feststellen können und teilte meinem Freund mit, dass diese durchaus für das schlechte Spermiogramm zuständig sein könnte. Wir sollten also in der Kinderwunsch Klinik anrufen und dort nach einer Entfernungsmethode fragen welche die Qualität der Spermien erhält bzw. verbessert.
Das war ein wahnsinniger Lichtblick. Und plötzlich baute sich meine Zukunftsplanung allmählich wieder auf.
Doch wie es ja meistens ist, kommt wenn, alles auf einmal…..
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Außerdem freue ich mich natürlich über Eure Erfahrungen, hinterlasst mir dazu gerne ein Kommentar oder schreibt mir eine Email.

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