Schwanger trotz PCOS & Hashimoto – Meine Geschichte / Kapitel 3. – Hashimoto – Diagnose & Symptome

 

Hallo Ihr Lieben,

heute könnt Ihr in Kapitel 3 alles über meine Diagnose Hashimoto und die damit verbundenen Symptome lesen.

Wie ich in Kapitel 1 bereits bekannt gab, möchte ich gerne Betroffenen oder Angehörigen von Betroffenen, die durch die Diagnose PCOS oder Hashimoto einen unerfüllten Kinderwunsch haben, Mut machen und Ihnen zur Seite stehen. Mit den Diagnosen gehen außerdem einige Fragen einher die ich versuche weites gehend in meine Geschichte mit einzubinden.

Vom Anfang meines Kinderwunsches, über die Diagnosen PCOS & Hashimoto bis hin zu meiner derzeitigen Schwangerschaft und darüber hinaus, könnt Ihr nun meinen Weg begleiten.

Meine Geschichte erscheint in mehreren Kapiteln die regelmäßig jeden Sonntag auf meinem Blog erscheinen!

 


 

Kapitel 3

Symptome und Diagnose Hashimoto.

 

Letztes Jahr fing plötzlich eine Phase an in der ich total aggressiv und unzufrieden mit allem war.

Ich konnte mir nicht erklären warum und wodurch es ausgelöst wurde, es war einfach da. Mich machte die Aggression schon aggressiv, klingt verrückt aber es war wirklich so. Ich war ständig müde, ausgelaugt und launisch. Wobei ich sagen muss das die Müdigkeit schon eine Ewigkeit bestand. Ich suchte mir einen Heilpraktiker mit welchem ich an der Müdigkeit arbeiten wollte. Dieser ging zunächst von einer psychischen Ursache aus, da ich in der Vergangenheit auch schon an Angstzuständen und Panikattacken litt.

Eines Abends lag ich mit meinem Freund auf der Couch und bekam plötzlich extrem starke Schmerzen in meinem großen linken Zeh, er tat höllisch weh, schwoll an und wurde knall rot. Nach ca. 1 Stunde war es plötzlich komplett verschwunden, mein Hausarzt hatte am nächsten Tag leider nicht geöffnet darum bin ich dann am übernächsten Tag dorthin gegangen, ich wollte aufgrund der doch sehr starken Schmerzen schon abklären lassen was das war.

Als ich dort aufgetaucht war und ihm beschrieb was geschah, teilte dieser mir mit das er der festen Überzeugung sei, dass es sich um einen Gichtanfall handelte. Ich musste also zum Labor zur Blutabnahme um den Harnsäurewert bestimmen zulassen.

Nun war also warten angesagt, doch zwischenzeitlich bekam ich auch noch weitere Schmerzen in den Füßen und sogar in den Händen.

Ich suchte also meinen Hausarzt erneut auf und glücklicherweise waren auch die Blutergebnisse schon da, es stellte sich aufgrund der unauffälligen Harnsäurewerte heraus das es sich nicht um einen Gichtanfall handelte. Mein Arzt lies also mehr Blutwerte kontrollieren und stellte dann auch fest das ich in der Vergangenheit das Epstein Barr Virus hatte, mein Arzte sagte das dieses Virus nie ganz aus dem Organismus verschwinden würde und es unter Umständen schubweise Gelenkprobleme hervorrufen könnte. Das war dann auch zunächst die Diagnose, ein Virus aus der Vergangenheit welches mir nun Probleme bereitet.

Als die Schmerzen in Händen und Füßen chronisch wurden und mit Morgensteifigkeit eingehergingen wusste allerdings auch mein Hausarzt keinen Rat mehr, er überwies mich dann zu einem Orthopäden, nach einer ziemlich kurzen Untersuchung und einem ausführlichem Gespräch sowie röntgen der Füße, überwies dieser mich letztendlich zu einem Rheumatologen, da neben meiner kleinen Schwester noch mehrere Verwandte an Rheuma leiden und dies nun am naheliegendsten sei.

Ihr könnt Euch vorstellen wie nervenzerreissend diese ganze Tortour war, ich hatte allmählich garkeine Lust mehr ständig irgendwelche Ärzte aufzurufen, aber die Schmerzen und die Steifigkeit haben mich schon sehr in meinem Alltag eingeschränkt.

Ich suchte also auch den Rheumatologen auf, doch die Blutwerte und die Untersuchung waren erst mal unauffällig. Er teilte mir aber mit, dass es Rheumaarten gäbe die man nicht unbedingt aufgrund der Blutwerte feststellen kann. Ich sollte also eine Ganzkörperszintigraphie machen lassen, dies ist eine Art röntgen, allerdings bekommt man hier radioaktive Mittel gespritzt die sich dann im Körper verteilen. Der Unterschied zum Röntgen ist, dass man bei der Szintigraphie auch eventuelle Entzündungsherde sehen kann. Da ich ziemlich zeitgleich aber noch einer anderen möglichen Diagnose nachging, hatte ich gerade erst radioaktives Mittel aufgrund einer Schilddrüsenuntersuchung gespritzt bekommen, weshalb die Szintigraphie nun warten musste.

Und da wären wir schon beim nächsten und wichtigsten Thema:

Als ich eines Morgens auf der Facebookseite meines Blogs über meine Beschwerden klagte, kontaktierte mich eine ganz liebe Bloggerin, die fragte mich ob ich meine Schilddrüse schon einmal untersuchen lassen habe und ob ich schon mal etwas von Hashimoto Thyreoiditis gehört habe. Sie erklärte mir das sie ähnliche Symptome hat und fragte mich ob ich noch weitere hätte die ihren Symptomen gleichen. Beängstigender weise nannte sie mir eine Reihe von Symptomen die ich abnicken konnte. Ich erinnerte mich das ich etwa im Jahr 2011 rum, bei einer Schilddrüsenuntersuchung war bei der mir der Radiologe mitteilte das meine Schilddrüse etwas vergrößert sei und ich Medikamente nehmen sollte, er würde den Bericht an den Hausarzt senden. Da ich aber Magenprobleme habe, aufgrund von Reflux, meinte mein Hausarzt könnten wir die Belastung der Medikamente meiden und ich sollte keine Medikamente nehmen. Ich vertraute selbstverständlich meinem Arzt.

Aber nun als sie mich über Hashimoto aufklärte ergab natürlich vieles einen Sinn. Die Bloggerin teilte mir mit, wie schwer es ist einen Arzt zu finden der die richtigen Tests durchführt und auf das Thema eingeht , außerdem bekam ich immer mehr aus passenden Gruppen und Foren mit, dass Hashimoto oft über viele Jahre oder sogar immer unerkannt bleiben kann. Es gibt leider wenige Ärzte die mit der Erkrankung vertraut sind.

Was ist Hashimoto genau?

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis (Synonyme Struma lymphomatosa Hashimoto, lymphozytäre Thyreoiditis und Ord-Thyreoiditis) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Bei dieser Erkrankung wird Schilddrüsengewebe infolge eines fehlgeleiteten Immunprozesses durch T-Lymphozyten zerstört. Darüber hinaus ist eine Antikörperbildung gegen schilddrüsenspezifische Antigene nachweisbar. Diese Krankheit wurde nach dem japanischen Arzt Hakaru Hashimoto (1881–1934) benannt, der sie 1912 als Erster beschrieb.[1] Der Charakter als Autoimmunerkrankung wurde durch Deborah Doniach und Ivan Roitt erkannt.

Quelle: Wikipedia

Weitere Infos: http://www.hashimotothyreoiditis.de/

Ich suchte also meinen Hausarzt auf und teilte ihm meine Vermutung mit, zumindest wusste er schon mal was Hashimoto ist.
Ich musste nochmal zur Blutabnahme und nach ein paar Tagen teilte er mir mit das meine Werte in Ordnung seien. Ich lies mir eine Kopie der Werte mitgeben und sendete diese meiner erfahrenen und mittlerweile liebgewonnenen Bloggerin zu.
Sie machte mich dann darauf aufmerksam, dass das Labor meines Hausarztes noch von alten Werten ausgeht. Zum einen war ich mit 2.51 beim TSH Wert über der Grenze von 2.50, wenn auch nur minimal und zum anderen fehlten die freien Werte die nicht mitbestimmt wurden. Ich war froh jemanden zu haben der sich auskannte und mir dadurch half.
Ich suchte also meinen Hausarzt erneut auf mit dem Hinweis, dass meine Werte über der Grenze liegen und ich die freien Werte ebenfalls bestimmen lassen möchte. Diese sind sehr wichtig um zu schauen ob die Schilddrüse richtig arbeitet. Dieser war gott sei dank einverstanden und nahm eine erneute Blutprobe.
Einige Tage später durfte ich wieder dorthin, aber auch diesmal meinte er es bestehe kein Behandlungsbedarf. Zum Glück gab es ja noch meine Retterin =) Ich sendete ihr also wieder die Kopien zu, daraufhin teilte sie mir wieder mit, dass auch meine freien Werte nicht in Ordnung sind, woraufhin ich mich im Internet nach einem Arzt aus der Nähe, der sich mit Hashimoto auskennt oder darauf spezialisiert ist, informierte. Der nächste Nuklearmediziner der gut bewertet wird in Zusammenhang mit Hashimoto, lag zwar etwas über eine Stunde entfernt, aber nachdem ich mittlerweile wusste wie komplex das Thema ist und wie schwierig es ist zu einer Diagnose zukommen, aufgrund des mangelnden Wissens der Ärzte, entschied ich mich dazu diesen aufzusuchen. Ich bekam Mitte August 2014 also einen Termin in Köln.
Ich musste dort natürlich auch wieder Blut abnehmen lassen, ein Ultraschall machen lassen und eine Szintigraphie. Ich hatte auch ein ausführliches Gespräch in welchem ich mit dem Arzt meine mittlerweile doch schon sehr lange Symptomliste besprach. (Eine Liste meiner Symptome könnt Ihr weiter unten einsehen.)
Der Arzt teilte mir schon mal mit das meine Werte zwar nur minimal erhöht seien (von der Blutuntersuchung meines Hausarztes ausgegangen), es sich dabei aber schon um eine Unterfunktion handele. Die Größe der Schilddrüse sei normal und er würde einen Bericht an den Hausarzt senden sobald alle Ergebnisse vorliegen. Vor lauter Aufregung habe ich völlig vergessen gleich das Thema Hashimoto anzusprechen und hatte die Befürchtung das er nun nicht auf dieses Thema in seinem Bericht eingehen wird.
Als etwa 2 Wochen später der Bericht bei meinem Hausarzt eingegangen ist, teilte dieser mir mit, dass der Nuklearmediziner den Verdacht auf Hashimoto hat aufgrund der leicht erhöhten Werte in Verbindung mit den Symptomen. Die Antikörper sind minimal erhöht und er empfiehlt eine Hormontherapie mit L-Thyroxin 50 zu beginnen.
Ich war super erleichtert! Endlich eine Aussage die mich weiter bringen kann.
Mein Hausarzt wollte erst schon wieder damit anfangen auf die Medikamente zu verzichten aber ich sagte ihm klar das ich sie diesmal haben möchte.
Ich nahm also die Tabletten ein und kaufte mir noch ein informatives Buch „Das Leben mit Hashimoto Thyreoiditis“. Dort wird alles erklärt, worum es sich genau handelt bei dieser Erkrankung, welche Symptome auftreten können und welche Folgeerkrankungen oder begleitende Autoimmunerkankungen entstehen können wie Diabetes und PCOS z.B.
Von Woche zu Woche bemerkte ich nun wie meine Symptome immer mehr abklingen. Nach etwa 2-3 Wochen war die Aggressivität völlig verschwunden sowie der übertriebe Hunger der mich nun schon eine Weile begleitete. Um ehrlich zu sein war mein Hungergefühl zunächst völlig verschwunden.
Aber die Gelenke machten noch starke Probleme. Ich hatte auch noch einige weitere Symptome, aber solch eine Therapie kann schon bis zu 1 Jahr dauern, bis man richtig eingestellt ist. Das sich überhaupt schon etwas tut machte mir allerdings Mut und zeigte mir das ich auf dem richtigen Weg bin.
Mein Hausarzt war der Meinung es reicht wenn ich 6 Monate später nochmal zur Blutabnahme käme, vorher wollte er auch nicht testen, obwohl ich aus Büchern und von anderen wusste das man eigentlich am Anfang im 4 Wochen Rhythmus testen sollte um auch schnell steigern zu können, falls notwendig, nahm ich es erst mal so hin. Ich war froh, dass das Kind nun endlich mal einen Namen bekommen hat. Und jetzt kann es ja nur noch aufwärts gehen oder!?

Meine Symptome der Unterfunktion mit Hashimoto

  • PCOS ( Polyzystisches Ovar-Syndrom )
  • Diabetes ( Typ 2 )
  • Gelenk und Muskel – Schmerzen, Steifigkeit, Taubheit, Schwäche
  • Wechselnder pochender Schmerz
  • Knieschmerzen, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Kieferschmerzen
  • Schmerzen und Taubheitsgefühle in den Füßen
  • Häufiges einschlafen von Beinen und Füßen
  • Unruhige Beine (vor allem Abends)
  • Kalte Hände und Füße
  • Schnelles Frieren
  • Hitzeempfindlichkeit
  • Druckempfindlichkeit der Haut
  • Neigung zu blauen Flecken
  • Hautschmerzen
  • Schuppen
  • Schuppenflechte
  • Brüchige Nägel
  • Häufige Geräuch und Lichempfindlichkeit
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel
  • Atembeschwerden
  • Sehstörungen
  • Trockene, rote, gereizte Augen
  • Plötzliche Nahrungsunverträglichkeiten
  • Häufige Übelkeit
  • Unerfüllter Kinderwunsch
  • Sexuelle Unlust
  • Starke Menstruationsbeschwerden, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, starke Blutung
  • Übergewicht / Gewichtszunahme
  • Schlafstörungen
  • Unruhe
  • Gereiztheit, Reizbarkeit
  • Zittern
  • Herzklopfen
  • Verhaltensänderungen
  • Angstgefühle
  • Müdigkeit, Erschöpftheit, Antriebsarmut
  • Gedächtnisschwäche
  • Konzentrationsstörungen
  • Geringe Belastbarkeit

Doch bis zu den 6 Monaten Wartezeit kam es erst gar nicht, denn es hatte sich schließlich eine ganz neue Situation ergeben!….

Ihr wollt meinen ganzen Weg begleiten bis hin zur Schwangerschaft und darüber hinaus? Ab sofort erscheint jeden Sonntag ein neues Kapitel!

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Außerdem freue ich mich natürlich über Eure Erfahrungen, hinterlasst mir dazu gerne ein Kommentar oder schreibt mir eine Email.

 

Kommentare (6) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe eine ähnliche Geschichte hinter mir und kann deine Erlebnisse gut nachvollziehen. Ich habe morbus Basedow gehabt und damals habe ich nicht verstanden, was mit mir passiert ist. Ich habe meine Gedanken und Körper nicht mehr verstanden… Das schlimmste daran ist, dass viele Ärzte sich damit auch nicht auskennen. Es hat mir sehr geholfen mit betroffenen Menschen darüber zu sprechen…. Ich habe schon oft nachgedacht, ob ich dieses Thema auf dem blog erwähnen soll… Ist schließlich ein teil von mir und da besteht noch viel Aufklärungsarbeit.

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    • Monas-Testlabor

      Hallo hellothanh,

      so ging oder geht es mir teilweise heute auch noch das ich meinen Körper nicht richtig verstehe. Das mit dem mangelndem Ärztewissen ist tatsächlich ein großes Problem!

      Klar diese Krankheit ist ein Teil von dir und deine Leser fänden es sicher toll dich näher kennenzulernen und Betroffene freuen sich immer über den Austausch mit anderen, aber es ist auch eine sehr persönliche Angelegenheit die verständlicherweise nicht jeder mit der Öffentlichkeit teilen möchte.

      Liebe Grüße
      Mona

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  2. Hallo!

    Habe gerade ganz gespannt die ersten drei Kapitel gelesen und bin extrem gespannt wie es weiter geht.

    Bisher kann man wohl nur sagen, dass du viel Pech hattest. Ich hoffe viel Glück kommt auch noch 🙂

    Das Problem mit den Ärzten und der mangelnden Diagnosen und Behandlungen kenne ich leider auch. Ich leide auch an einer Schilddrüßen Unterfunktion, muss auch L-Thyroxin nehmen und war auch vor kurzem erst beim Ultraschall der Schilddrüße. Nervig sowas :/

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    • Monas-Testlabor

      Hallo liebe Diana,
      es freut mich das meine Artikel so viel Anklang finden.

      Da muss wirklich etwas geschehen was das Fachwissen der Ärzte in diesen Bereichen betrifft. Ich hoffe da wird es bald auch.

      Liebe Grüße
      Mona

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  3. Hallo 🙂

    Habe vor ca 2 Wochen auch die Diagnose
    PCOS & Hashimoto von meinem FA bekommen, er hat mir dann sofortL-Thyroxin 50 verschrieben, die ich nun 1x täglich nehme. Mein TSH-Wert liegt momentan bei 4,6 ich muss in 4 Wochen nochmals hin um zu schauen, ob die L-Thyroxin 50 ausreichen oder, ob die Dosierung angepasst werden muss. War dann am Freitag bei meinem Hausarzt um mit ihm auch nochmals die Laborwerte vom FA zu besprechen, dieser interessierte sich leider nicht dafür und meinte nur, da muss man nichts unternehmen…

    Schön zu lesen, dass es bei euch geklappt hat, durch deine Beiträge bekommt man Mut, dass es trotz allem funktionieren kann 🙂 wir hoffen, dass wir auch irgendwann unser kleines Wunder in den Händen halten dürfen

    Ich wünsche dir eine schöne restliche Schwangerschaft 🙂

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  4. Pingback: Schwanger trotz PCOS & Hashimoto – Meine Geschichte / Kapitel 6. – Die schönen Seiten einer Schwangerschaft & 10 Dinge die wir an der Schwangerschaft lieben! | Monas-Testlabor

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