Schwanger trotz PCOS & Hashimoto – Meine Geschichte / Teil 13 / Schwangerschaftswoche 39 / Einleitung & Kaiserschnitt

Hallo meine Lieben,

wir haben einige anstrengende und schmerzhafte Tage hinter uns, nachdem wir am Mittwoch das Krankenhaus zur Geburtseinleitung aufgesucht haben.

Die Wut dem Krankenhaus gegenüber ist sicher auch verständlich, nun bin ich übers Wochenende aber Zuhause und darf mich etwas erholen bis der Kaiserschnitt am Montag ansteht.

Ihr seht es ist einiges passiert und zwar ganz und gar nicht so wie es sollte.


 

Wie Ihr wusstet, hatte ich den Termin zur Kontrolle im Krankenhaus wegen den Verkalkungen meiner Plazenta, die Oberärztin sagte schon beim letzten Mal das es wohl auf eine Einleitung hinaus laufen würde.

Nun war ich also dort gewesen, die Verkalkungen selbst wären noch aktzeptabel gewesen, allerdings war der Oberärztin das Gesamtbild zu riskant, die Risiko Schwangerschaft durch das PCOS, den Diabetes, die Verkalkungen und nun auch noch hoher Blutdruck, waren dann doch Grund genug für sie, um mich am Mittwoch für eine Geburtseinleitung aufzunehmen.

Nun war ich ja nicht so begeistert von einer Einleitung, aber sie muss ja nun sein und die Freude war dann auch da endlich die Kleine in die Arme nehmen zu können, hätte ich allerdings gewusst wie das ganze endet und wie an mir experimentiert wird, hätte ich die Einleitung nicht begonnen!

 

Wir kamen am Mittwoch Morgen 9 Uhr im Kreißsaal an, dort wurde zuerst ein CTG gemacht. Danach hat mich die Ärztin untersucht und nach meinem Muttermund gesehen, was im übrigen sehr schmerzhaft war. Befund: Geburtsunreif!

Es hat sich also bisher von alleine noch garnichts getan, der Muttermund war noch verschlossen, oder mit Ihren Worten: Fingerkuppe einlegbar.

Sie erklärte mir dann das sie zunächst versuchen mit einem Wehencocktail die Wehen anzuregen, damit der Muttermund weicher wird und sich etwas öffnet. Die verschiedenen Arten von Einleitungen hatten wir in Teil 11 ja schon einmal erläutert.

Ich bekam also gegen 15 Uhr meinen ersten Wehencocktail, ziemlich lieblos in einer Tasse die ich sehr langsam über einen Zeitraum von 2 Stunden trinken sollte, langsam damit man die Zeit nicht nur auf Toilette verbringt da der Cocktail abführend wirkt. Wenn sich in den 2 Stunden nichts tut und ich den Cocktail vertrage, sollte ich einen neuen bekommen.

Um 17 Uhr suchte ich dann mit meiner Mama gemeinsam erneut den Kreißsaal auf, den Cocktail hatte ich gut vertragen, ich musste zwar zur Toilette hatte aber „noch“ keinen Durchfall, dies hat mich schon sehr beruhigt, denn ich hatte wirklich angst mich neben Wehen auch noch mit Durchfall rumschlagen zu müssen. Im Kreißsaal angekommen, bekam ich dann den zweiten Cocktail. Selbe Prozedur, in 2 Stunden wieder antanzen.
Um 19 Uhr stand ich also wieder im Kreißsaal, nun wurde ein weiteres CTG gemacht, dieses war allerdings ruhig und unauffällig und ich habe auch nichts gespürt bisher.

Ich sollte also bis zum nächsten Morgen warten, damit mir ein Kathether in den Muttermund gelegt wird.

Gegen 21 Uhr spürte ich aber bereits die ersten leichten Anzeichen, ein unangenehmes Drücken und Ziehen, vergleichbar mit Menstruationsschmerzen. Es war aber auszuhalten.

Ich versuchte also zu schlafen und wurde gegen 00:00 Uhr wach mit ziemlich starken Krämpfen und Wehen, einen Drang auf Toilette zu gehen verspürte ich außerdem und musste auch feststellen nun doch Durchfall durch den Cocktail bekommen zu haben. Nach dem Toilettengang waren die Wehen auch erträglicher und ich konnte nochmal einschlafen.

Um 01:30 Uhr wurde ich dann das nächste mal wach, mit selbigen Problemen, nach dem Toilettengang hatte ich zwar wieder eine Erleichterung aber immer noch starke Schmerzen und beschloss daraufhin rüber in den Kreißsaal zu gehen, dort wurde dann wieder ein CTG gemacht, es war nur bei genauem hinsehen zu erkennen das Wehen vorhanden sind, da ich allerdings etwas Bauchfett habe ist es möglich das auf dem CTG keine Wehentätigkeit angezeigt wird. Ich bekam von der Nachthebamme noch 2 Zäpfchen mit (Buscopan und Novalgin). Einige wollen diese Zäpfchen ja nicht haben da sie glauben dadurch zögert sich die Geburt hinaus, allerdings ist das so nicht richtig, man hat zwar weniger Schmerzen und durch das Entspannen auch weniger Wehen aber die wichtigen Wehen werden davon nicht aufgehalten, im Gegenteil durch die krampflösende und entspannende Wirkung, wirkt sich Buscopan auch positiv auf den Muttermund auf.

Nach Einnahme der Zäpfchen konnte ich dann zumindest von 03:30Uhr bis 07:00 Uhr noch ein wenig schlafen.

Am nächsten Morgen (Donnerstag) ging ich also nochmal zum CTG und bekam anschließend sehr sehr schmerzhaft den Kathether in den Muttermund gesetzt. Dieser wird am inneren Ende aufgepumpt, um über 24 Stunden Druck auszuüben damit der Muttermund sich öffnet. Wenn der Kather mal sitzt sollte man i.d.R. keine merkbaren Schmerzen mehr haben, man spürt einen unangenehmen Druck und sitzen konnte ich auch nicht mehr, aber beim gehen oder liegen war es auszuhalten. Die Prozuedur den Kathether zu setzen allerdings war wirklich mehr als schmerzhaft, die Schwester die ihn setzte achtete auch nicht darauf das ich richtig sitze und musste so nochmal alles raus nehmen und den Kathether neu setzen, so dass selbst die Hebamme die dabei war, wütend wurde, weil ich so starke Schmerzen hatte das ich auch stark am weinen war und scheinbar auch sehr blass wurde. Als der Kathether dann saß wollte ich nur noch ins Zimmer und musste erstmal das weinen in den Griff bekommen. Ich war dann auch froh als mein Freund endlich angekommen war.

Die ersten starken Wehen haben dann auch nicht lange auf sich warten lassen. Den unangenehmen Druck hatte ich schon länger, aber plötzlich bekam ich dann ziemlich starke Wehen die ich kaum ausgehalten habe. Ich bin dann später irgendwann zum Kreißsaal und bat um einen Kaiserschnitt weil ich die Schmerzen nicht mehr aushalten würde. Die Ärztin sagte mir dann das es keine Notwendigkeit gibt für einen Kaiserschnitt und eine Einleitung eben mehr weh tut, da die Wehentätigkeit ja erzwunden wird und von jetzt auf gleich stark eintritt. Sie wolle aber mit der Oberärztin sprechen.

Ich musste also nochmal ans CTG und dort angekommen bekam eine der Hebammen auch meinen Wunsch vom Kaiserschnitt mit, was dann allerdings kam ist wirklich der Hammer.

Statt uns normal aufzuklären erzählte sie uns Horrorstorys von Wundheilungsstörungen die sie erlebt hat bei denen Haut der Patienten abstarb, Frauen die nicht mehr aus der Narkose aufwachten und die Männer weinend bei ihr mit Baby standen, sie hat ganz bewusst meinem Freund versucht angst zu machen und vergas dabei wohl das es meine und nicht seine Entscheidung war. Mein Freund stand bis dato hinter meiner Entscheidung, allerdings nicht mehr nach der Gehirnwäsche die er bekam, verständlicher Weise.

Ich bekam dann erstmal Buscopan, diesmal aber gespritzt und durfte wieder ins Zimmer. Die Wehen habe ich versucht im laufen zu übergehen, dies hat auch ganz gut funktioniert. Ich wartete also sehnsüchtig darauf das der Kathether endlich raus fällt, denn das bedeutet das der Muttermund sich gedehnt hat, leider ist dies nicht geschehen. Wir mussten auch Abends nochmal zum Kreißsaal und ich benötigte nochmal Schmerzmittel.

Ich lag diesmal mit dem Rücken zum Monitor des CTG und plötzlich sah mein Freund etwas besorgt aus, der Herzschlag unserer Prinzessin befand sich überwiegend zwischen 180 und 200, allerdings mehr an den 200.

Eine Hebammenpraktikantin kam dann auch rein und fragte ob ich genug getrunken habe und brachte mir Wasser, allerdings merkte ich das der Herzschlag immer gemeinsam mit meinen Schmerzen hoch ging. Die Kleine war denke ich einfach gestresst durch die Prozedur und war auch schon den ganzen Tag so unrhig in mir wie noch nie, der Kathether sollte eigentlich das Kind nicht stören, kommt aber vor.

Am nächsten Morgen sollte dann eigentlich nach dem CTG der Kathether gezogen werden falls er noch drin ist und mit Gel weiter eingeleitet werden.

Nun am nächsten Morgen (Freitag) musste ich leider enttäuscht feststellen das der Kathether noch drin ist. Ich ging also nach dem duschen zum CTG. Dort wurde dann der Kathether abgemacht. Ich hatte die ganze Nacht nachgedacht und war bei dem Entschluss das ich gerne einen Kaiserschnitt möchte, ich war nur noch erschöpft, sehr labil und machte mir Sorgen um meine Prinzessin. Aber ich wurde auch wütend durch diesen Frust der sich anstaute und projezierte die Wut auf mein Baby, was mich zusätzlich fertig machte.

Ich habe dies auch nochmal angesprochen bei der Ärztin, diese sagte dann die Oberärztin hätte die weitere Einleitung noch nicht abgesegnet wir sollen nochmal ins Zimmer gehen und in ca. einer halben Stunde rufe sie auf dem Zimmer an und wir könnten dann zum Gel verabreichen kommen. Ich sagte Ihr nochmal das ich einen Kaiserschnitt wünsche und sie sagte dann wieder sie spreche mal mit ihr. Wirklich ernst genommen kam ich mir nicht vor.

Nach sage und schreibe 4 Stunden kam dann mal eine Schwester ins Zimmer, diese teilte mir dann mit, dass keine Einleitung an dem Tag und vermutlich auch nicht mehr dieses Wochenende stattfinden würde da der Kreißsaal zu voll sei und man mir nicht genug Aufmerksamkeit schenken könnte. Dies bedeutet auch das die Wehenanregung die bis dato stattfand völlig unnötig war da diese bis dahin wieder weg wäre und wir müssten von vorne beginnen. Ich sprach sie darauf an das die Ärztin die Oberärztin wegen dem Kaiserschnitt fragen wollte aber das tat sie scheinbar wieder nicht, ich sprach dann mit der Schwester und weinte dabei, ich erklärte ihr das ich nicht mehr kann und das ich diesen Kaiserschnitt möchte. Sie nahm mich dann erstmal in den Arm und versicherte mir, bei der Spätbesprechung (16 Uhr) mit der Oberärztin persönlich zu sprechen. Um ca 17 Uhr kam dann auch die Schwester in mein Zimmer mit einem Formular und teilte mir mit das die Oberärztin mich sehen möchte und ich eventuell am nächsten Tag meinen Kaiserschnitt haben könnte, ich war erstmal so erleichtert, sprang gleich auf und suchte das Zimmer der Oberärztin auf, diese sagte dann auch ohne Wenn und Aber, wenn ich das wünsche ist das meine Entscheidung, allerdings war vor Montag nichts mehr frei zumindest nicht stressfrei. Nun haben wir den Termin für Montag 9 Uhr bekommen, ich soll um 9 Uhr da sein und gegen ca. 12 Uhr würde der KS gemacht werden.

Wir waren uns auch einig das ich dann übers Wochenende auch wieder Nachhause kann.

Bei der Abschlussuntersuchung stellte der Arzt auch fest das der Muttermund immer noch geschlossen ist, gebracht hat mir die Einleitung außer Stress und Schmerzen also nichts.

Es ist ja nun auch eigentlich so, dass ein Wehencocktail nur genommen wird, wenn der Befund geburtsreif ist und nicht wie bei mir geburtsunreif, denn wenn er Wehen auslöst würden diese ja nicht zur Geburt führen, selbiges gilt für den Kathether, man hätte also gleich mit dem Gel beginnen sollen, hier ist deutlich was schief gelaufen.

Mir wäre es auch lieber wenn meine Prinzessin ganz normal käme, ich glaube nicht das ich keine Bindung zu ihr hätte wegen einem Kaiserschnitt, schließlich ist sie und mein Freund alles was ich je wollte, aber ich denke das trotzdem eine andere Bindung zwischen Mutter-Kind sowie Vater-Mutter besteht nach einer natürlichen Geburt.

Eine erneute Einleitung kommt für mich aber nicht in Frage, die Schmerzen und der Stress sind ziemlich heftig und das meine Prinzessin schon bei der leichten Methode so gestresst war zeigt mir das ich die härtere erst gar nicht in Kauf nehmen werde, warten darf ich aber leider auch nicht bis sie von alleine kommt, also bleibt nur der Kaiserschnitt.

Es wäre natürlich schön wenn sie es sich jetzt noch ganz schnell überlegt und es von alleine losgehen würde, der Schleimpropf ist am Freitag Abend als wir Zuhause ankamen auch abgegangen, aber ich glaube nicht das wir das Glück noch haben. Aber was solls, ich denke wenn ich die Maus erst mal im Arm halte dann werde ich dieses schlechte Gewissen auch los sein.

Ich bin extrem aufgeregt und habe auch etwas angst nach den Horrorgeschichten, aber ich versuche nicht daran zu denken.

Es ist schon ein anderes Gefühl zu wissen das sie am Montag auf jeden Fall in meinem Arm ist als nicht zu wissen wann genau es los geht und wie lange es dauert.

 

Meine Lieben, ich werde die ganze Woche im Krankenhaus sein und Euch demnach am kommenden Sonntag keinen Geburts/Bericht liefern können, die Woche danach allerdings bekommt Ihr ihn natürlich wieder wie gewohnt.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

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Außerdem freue ich mich natürlich über Eure Erfahrungen, hinterlasst mir dazu gerne ein Kommentar oder schreibt mir eine Email.

Kommentare (7) Schreibe einen Kommentar

  1. Ohje deinen Frust kann ich gut nachvollziehen, bei meiner Jüngsten Tochter haben die auch über mehrere Tage versucht einzuleiten. Was nicht klappte.
    Ich wünsche dir für morgen alles Gute und drücke dir die Daumen das du dein Baby schnell in deinen Armen willkommen heissen kannst und den ganzen Stress dder letzten Tage dabei vergisst.
    Liebe Grüße
    Petra

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  2. meine mutter ist hebamme und ich kenne so einige stories!
    das was du erlebt hast, ist wirklich traurig und hätte mich auch wütend gemacht.
    ich wünsche euch das allerbeste und freue mich über gute news!
    liebste gruesse!

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  3. Hallo ich hab meine zwillinge auch per kaiserschnitt bekommen und alles verlief prima. Und alles andere …mit horror stori und so ist totaler unsin . Die vater lieben auch ihre kinder und haben kein ks oder gebucht zu erleben. Ich mochte zagen nur die liebe zahlt…

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  4. Ich drücke dir ganz fest die Daumen! Alles wird gut gehen. 🙂 Du hast das Glück dich in gewisser Art und Weise auf den Kaiserschnitt vorzubereiten. Ich denke das hilft schon mal ganz viel.
    Die Geburt meines ersten Sohnes endete auch mit einem Kaiserschnitt, was leider nicht zu vermeiden war und musste innerhalb einer Stunde entschieden werden da die Herztöne nicht gut waren. Heute ist er 3 Jahre und wir haben eine tolle Bindung zueinander.
    Die zweite Geburt wollte ich auf jedenfalls natürlich. Musste dann auch zur Einleitung wegen Diabetes und Bluthochdruck. Die Einleitung dauerte 5 Tage. Die Hebammen haben alles versucht. Ich hatte großes Glück so ein tolles Team um mich herum zu haben. Die Schmerzen waren teilweise unerträglich, so wie bei dir auch. Leider kam es bei mir zu einem Geburtsstillstand und bekam dann wieder einen Kaiserschnitt. Mein zweiter Sohn ist jetzt 4 Monate alt und auch da gab es keine Schwierigkeiten mit der Bindung. Und mir ging es nach dem zweiten Kaiserschnitt recht schnell wieder gut, aber nur weil ich den Willen hatte schnell wieder auf den Beinen zu stehen. Auch wenn es schmerzhaft sein wird, denn es ist eine OP, wirst du es schaffen. Denn dein kleines Würmchen gibt dir die Kraft. 🙂
    Liebe Grüße
    Tin

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  5. Kann nicht wahr sein sowas. Als wäre eine Geburt nicht Stress genug, machen die noch mehr stress. Manchmal läufts im Krankenhaus unmöglich ab. Ich hoffe bei deinem KS ist alles gutgegangen!

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