Thema Übermutti – Lass dein Kind doch weinen – Man kann es auch übertreiben

 

Hallo meine Lieben,

es gibt ein Thema das mich zurzeit etwas beschäftigt, wie die Überschrift schon verrät geht es um das Thema Übermuttis, mir scheint vielen ist nicht bewusst was dies eigentlich bedeutet oder aber die persönlichen Ansichten sind einfach so enorm unnterschiedlich.
Ich wurde nun auch schon desöfteren als eine abgetan. Wo fängt für Euch das Thema Übermutti an? Meine Gedanken dazu möchte ich Euch heute mitteilen und natürlich gerne Eure Meinung zum Thema, in den Kommentaren lesen.

Ich war bissher in ein paar Mamagruppen, schreibe mit vielen Müttern und habe diese natürlich auch durch Rückbildungskurs und Babykurs kennengelernt, der Austausch ist also groß. Und dennoch, habe ich bisher nur wenige Mamis kennengelernt mit denen ich auf einer Wellenlänge bin. Warum? Darüber habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, wobei die Antwort eigentlich immer klar auf der Hand lag.
Andere Erziehungsmethoden.
Ich respektiere und aktzeptiere natürlich jede Erziehungsmethode die selbstverständlich nichts mit Kindesgefährdung oder ähnlichem zu tun hat und würde mir nie rausnehmen einer Mama zu sagen „Du das was du da machst ist aber nicht richtig, weil ich es anders mache„. Und dennoch komme ich meistens mit Müttern nicht zurecht die komplett andere Erziehungsmethoden habe wie ich. Geht es Euch auch so?
Einige Beispiele: Ich achtete von Anfang an darauf, dass meine Tochter nicht zusätzlich bezüglich des Kindstot gefährdet wird. Da ich als Baby selbst beinahe gestorben bin, war meine Angst noch viel größer, daher gab es kein Bettnestchen, kein Himmel, kein Kissen oder Kuscheltier im Bettchen, wir betraten keine Raucherwohnungen usw.
Immer wieder musste ich mir von anderen Müttern anhören „Das was du machst ist völlig übertrieben„. In einer Gruppe führte es sogar zum Streit und ich verlies daraufhin die Gruppe, dies lag aber wohl vielmehr an den Aussagen einer bestimmten Mama, ob Ihr es glaubt oder nicht, aber sie sagte doch tatsächlich zu mir „Ich achte da nicht drauf“ und jetzt kommts „Wenn mein Kind zum sterben geneigt ist, dann stirbt es eh„. Puh, in diesem Moment war ich so wütend und fassungslos zugleich, ich konnte überhaupt nicht verstehen wie eine Mutter so etwas über ihr Kind sagen oder auch nur denken kann.
Nun gut das mal auf Seite. Solche Dinge begegneten mir immer wieder und immer wieder bemerkte ich wie die Mütter sich angegriffen fühlten durch meine Erziehungsmethoden, ganz im Ernst. Ich dachte zunächst ich drücke mich einfach provozierend aus oder ähnliches, aber ich habe immer und immer wieder, weil ich mir der Problematik bewusst war, erwähnt das ICH das so mache und das natürlich jeder handhaben kann wie er das für sich persönlich für richtig hält. Und dennoch kam immer wieder die Situation vor das ich zb. gefragt habe „Haben Eure kleinen ein Nestchen?“ und ich zugleich sagte das ich bei Pummelchen darauf achte das Risiko zu sinken, und die Mütter sofort anfingen mit „Deshalb bin ich keine schlechte Mutter“ oder „Man kann es auch übertreiben„. Ich sagte nie etwasüber deren Methoden oder das andere Methoden nicht richtig seien und dennoch fühlten sie sich nur aus einer Frage heraus angegriffen.
Nächstes Beispiel in einer anderen Gruppe, ich frage „Habt Ihr salzfreie Rezepte für Fingerfood zb. Kekse oder ähnliches?„. Und schon geht es wieder los, eine einfache Frage und schon kamen die Antworten „Nö, ich achte darauf nicht, Salz schadet Kindern schließlich nicht, also wozu diese Frage?!“ oder „Meine bekommt auch hin und wieder etwas süßes, mein Gott ich kann Ihr nicht alles verbieten
Warum diese Reaktion auf eine einfache Frage bzw. einfachen Austausch?
Ich denke heute weis ich warum. Die Diskussionen kamen immer dann bei Themen, wenn es Themen waren in denen man „besser“ handeln könnte.
zB. das Thema Salz, da die Nieren der Kleinen noch nicht richtig arbeiten, sollten die Würmer nicht mehr als 1g pro Tag zu sich nehmen. Die Mütter nehmen wahr das dort jemand darauf achtet, sie selbst aber nicht weil sie sich vielleicht einfach noch nicht mit dem Thema vertraut gemacht haben und gehen sofort in Abwehrhaltung. Genauso beim Thema Kindstot usw. Ich pesönlich höre allerdings gerne andere Erziehungstipps oder Infos von Müttern weil ich so vielleicht Dinge erfahre von denen ich noch nichts wusste.Ich verstehe das einfach nicht, im ernst, ich respektiere die Erziehung von jedem (Außer von Müttern die ferbern, dies grenzt für mich an Kindesmisshandlung), ich habe lediglich Austausch bei diesen Müttern gesucht, wie machen die es, vielleicht kann ich was ändern oder es gibt noch anderes zu beachten. Und schnell bin ich immer wieder als Übermutti abgestempelt worden.

Warum Übermutti?
Ok mein Kind schläft ohne Nestchen, andere eben mit, so ist das Halt.
Mein Kind bekommt kein Zucker oder Salz, nun gut, man weis ja das es nicht gesund ist. Bin ich eine Übermutti weil mein Kind Dinge, die ungesund sind, als Baby noch nicht bekommt?! Ich stempel doch auch keine Mutter als Rabenmutter ab, weil ihr Kind etwas mit Zucker oder Salz bekommt. Ich respektiere!
Und ja, ich lasse mein Kind nicht schreien! Größter Diskussionspunkt, aber ohne das die Fragen diesmal von mir ausgingen, immer wieder höre ich „Lass die Kleine doch mal weinen„, „Sie weis das du direkt angelaufen kommst, deshalb macht sie das„.

Nein, meine Tochter weint nicht weil sie verwöhnt ist und mit mir spielt, denn dafür ist sie noch zu jung, sie begreift es noch garnicht bzw. beginnt gerade erst damit. Und auch wenn meine Tochter weint weil ich den Raum verlasse, dann weint sie, nicht um mit mir den Hampelmann zu machen, sondern weil sie nicht alleine sein möchte, weil sie in der Nähe Ihrer Mutter sein möchte und wie soll sie sich anders verständlich machen? Genauso ist es mit allem anderen, ein Baby weint weil es irgendetwas hat oder braucht und dann eile ich durchaus sofort zu meinem Kind wenn es weint.  Ich weis jeder hält seine eigene Erziehungsmethode für die einzig Wahre, dies ist normal aber, missionieren ist ätzend und schafft Einsamkeit.
Eine Mama die einfach auf Dinge achtet die sie ganz einfach einhalten oder ändern kann, ohne das ihr Kind darunter irgendwie leidet, oder anderen gegenüber groß benachteiligt wird, ist für mich keine Übermutti.

Wir durften das auch essen und leben noch„, „Früher im Krieg aber…„, ich kann Euch nicht sagen, wie satt ich diese Sprüche habe. Ja jeder hat auch diesen einen Onkel der seit 40 Jahren raucht und kerngesund ist, deshalb muss es bei mir nicht zutreffen. Wie viele von denen die mir genau diese Sprüche sagten sind heute krank, ob Diabetes, Rheuma oder andere Dinge. Ob es damit zusammen hing was sie früher aßen? Keine Ahnung, aber damit ist für mich schon mal dieses Argument hinfällig, ich hoffe Ihr versteht was ich damit sagen will. Früher wurde Kokain als Schmerzmittel genutzt. Versteht Ihr worauf ich hinaus möchte?

Leben und Leben lassen, solange kein Kind und dessen Gesundheit gefährdet ist bzw. kein Kind leidet ist jede Erziehungsform ok solange es Mama/Papa und Kind dabei gut geht. Also tauscht Euch aus, ohne sich angegriffen zu fühlen wenn andere es eben anders machen oder Ihr Dinge mal nicht so eng sieht wie jemand anderes, dadurch wird man keine schlechte Mutter, jeder setzt seine Grenzen selbst.

Wo fängt das Thema für Euch persönlich an? Welche Sprüche könnt Ihr nicht mehr hören?
Verratet es mir in den Kommentaren, ich weis es ist ein sehr dikussionsfreudiges Thema und ich freue mich wirklich über viele verschiedene Ansichten, aber immer sachlich untereinander bleiben, meine Lieben.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Moni,

    oje ein sehr vielschichtiges und doch schwieriges Thema das durch die verschiedenen Ansichten und Methoden schnell ausarten kann. Ich finde es nicht schlimm, wenn jemand nach salzfreien Rezepten fragt und man achtet selbst etwas darauf, was der eigene Zwerg zu sich nimmt. Ich war jedoch nie überstreng, wobei Süßes & Co bekam meine Tochter damals sehr spät einmal zum Kosten. Sie mochte jedoch lieber Zitronen auslutschen *gg*
    Ich möchte dir nur kurz eine Erfahrung von MIR sagen, und soll auch nicht verallgemeinert sein. Meine Tochter war, warte mal, ist schon so lange aus, ich glaube ein 3/4 Jahr, also nicht ganz ein Jahr. Sie war süß, pummelig, aber nicht übergewichtig und hatte wirklich den Teufel in den Augen. Ich habe oft gehört, ich sei zu streng und warum ich nicht immer sofort laufe, wenn die Kleine weint. Tja, ich habe das Anfangs gemacht, wusste ja nicht was los war, bis, ja bis sie mit dem Alter schon den Dreh raus hatte und sobald ich angelaufen kam, sie anfing zu lachen. Ich wieder raus und sie wieder geweint, ich rein und sie gelacht. Ich habe dann schnell gemerkt, dass sie es schon unterscheiden konnte und ich dann mittlerweile auch an der Tonlage, ob das nun ein richtiges Weinen ist oder ob sie mich neppen wollte.
    Es ist zudem jedes Kind anders und jede Erziehung anders, und das ist doch gut so. Wie du schreibst, solange es nicht kindergefährdend ist, kann und soll jeder machen wie er will.
    Liebe Grüße
    Tanja

    Antworten

  2. Huhu mona,

    Ich fühle mit dir denn ich habe es als Mama auch schwer andere muttis zu finden, die auf gleicher Augenhöhe sind, wie ich. Ich bin auch ein Mensch der viele Erziehungsmethoden respektiert und die Leute einfach machen lässt. Auch ich bin in diversen Gruppen und ich werde ich als Übermutti abgestempelt weil ich viele Fragen stelle. Ist eben nun das erste Kind. Woher soll man diverse Dinge wissen? Jeder soll es so machen, wie er es für richtig hält. Aber ich ecke auch immer an. Man gewöhnt sich dran. Danke für deinen tollen Bericht.

    Lg Bea

    Antworten

  3. Hallo Mona,
    Ich bin eben über Instagram auf deinen Blog gestoßen und mit diesem Thema triffst du bei mir voll ins Schwarze. Wieso lassen Mütter nicht andere auch einfach Mütter sein, jede eben auf eine andere Art und Weise! Nein, dann gibt es die Mütter die zu allem ein Komentar haben und es besser wissen, oder die, wo nur die eine Meinung die richtige ist und es keine Kompromisse gibt, oder die die einen dann abwerten und das Gefühl hinterlassen selbst etwas falsch zu machen und man denkt man sei eine schlechte Mutter. Ich hatte Anfangs ein Nestchen, habe es aber abgetan weil ich es vorher nicht besser wusste, abgesehen davon hat mein Kind bis heute nicht in seinem Bett geschlafen (9 Monate), er hat im Beistellbett geschlafen und nun in der Mitte. Mir ist bewusst dass es auch gefährlich ist aber er schläft einfach nicht anders, deswegen werde ich genauso verurteilt, wie kann ich nur und du wirst sehen was du davon hast. Ja was hab ich davon? Nähe zu meinem kind und ein zufriedenes Kind. Er darf solange bei uns schlafen wie er mag, zur Not gibt es ein größeres Bett, wir haben nichts dagegen. Aber wegen so einer Methode (von vielen) wird man abgestempelt. Eine Übermutti ist für mich aber eine, die penibel darauf achtet, dass dem Kind bloß nichts passiert, wo das Kind sich und seine Umwelt nicht entdecken darf und vor jedem kleinen aua bewahrt wird. genauso wie bei jedem Schnupfen oder dünnem Pups zum Arzt gerannt wird. Das ist für mich übertrieben. Achso und mein Kind bekommt auch kein Salz und Zucker und Milch, Salz schmeckt ihm eh nicht und finde ich ungesund, Zucker muss nicht sein, gerade bei neuen Zähnen und Milch weil er eine Allergie hat, und finde mal ein Kinderfertigprodukt wo keine Milch drin ist, fast unmöglich also muss ich es eh selbst machen. In diesem Sinne, lass dich nicht ärgern und gehe deinen Weg.
    Liebe Grüße
    Caro (insta: line2802)

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