Wenn Stillen zur Qual wird und wie Ihr Abhilfe schaffen könnt.

Hallo Ihr Lieben,

es sollte die schönste Sache der Welt sein und dennoch, haben viele Frauen wie ich anfangs enorme Probleme zu stillen.

Auch wenn wir immer wieder lesen dass Stillen Glückshormone auslöst und es so wundervoll sein soll, ist es für manche Frauen gerade am Anfang eine enorme Qual, doch ich kann Euch beruhigen wenn es eine Qual ist dann hat es einen Grund und man kann Abhilfe schaffen.

Viele Frauen Stillen in dieser Zeit ab, weil sie die Schmerzen nicht aushalten, aber ich kann euch versprechen, durchhalten lohnt sich!


 

Für mich stand von Anfang an fest: Ich werde Stillen!

Nicht nur das Stillen nachweislich die Bindung zwischen Mutter und Kind festigen kann, die Muttermilch ist außerdem die gesündeste Ernährung die Ihr Euren Lieblingen geben könnt. Nebenbei gibt es noch dutzende unterschiedliche Studien die für das Stillen sprechen.

Gerade die Vormilch ist besonders wichtig, denn sie enthält Antikörper namens Immunglobuline die krankheitsbekämpfend sind und das Immunsystem Eures Babys stärken.

Solltet Ihr also aus welchem Grund auch immer, nicht stillen wollen oder können, solltet Ihr in Erwägung ziehen, Euer Baby zumindest die ersten Tage zu Stillen oder die Vormilch abzupumpen und Eurem Kind zu geben.

Ich möchte an dieser Stelle aber auch noch einmal loswerden, dass die Mütter die aus welchem Grund auch immer nicht stillen können oder möchten, deshalb keine schlechteren Mütter sind als jene die es tun. Eine Mutter macht nicht die Milch aus die sie gibt.

Ich habe Anfangs gedacht Stillen sei selbsterklärend und so einfach. Eine Hebamme legte mir meine Kleine beim ersten Mal an und damit war für mich der Grundstein gelegt. Ich legte die Kleine also die weiteren Male alleine an, hatte allerdings immer wieder Schmerzen. Eine Hebamme oder Stillberatung hinzuzurufen kam mir zu dem Zeitpunkt nicht in den Sinn, ich dachte es tut Anfangs einfach weh und ich könnte nichts verkehrt machen.

Am 2. und 3. Tag wurde es allerdings immer schmerzhafter und meine Brustwarzen waren blutig und gerissen, sie hatten richtig tiefe Risse. Sie waren so weit entzündet das ich beim Stillen weinte und aufschrie beim anlegen. Am 3. Tag rief ich die Stillberaterin an und sie kam auch sofort zu mir. Ich zeigte ihr meine Brustwarzen und sie war sichtlich schockiert warum ich nicht vorher Hilfe rief und wie ich das so lange ausgehalten habe. Sie zweifelte bei den Brustwarzen daran, ob ich es durchhalte weiter zu stillen, da ich einen Kleinen Piranha habe der gerne mit seiner Kauleiste auf meinen Brustwarzen herum beißt und ich dies nicht gleich korrigiert habe.

Sie erklärte mir dann, dass ich dem Baby beim Stillen mehr als nur die Brustwarze in den Mund geben muss, der Mund des Babys muss dazu gut geöffnet sein.

Wenn der Mund des Babys nicht weit genug geöffnet ist, könnt Ihr diesen weiter öffnen indem Ihr mit dem Zeigefinger das Kinn etwas nach unten drückt. Nun solltet Ihr so viel wie möglich von Eurem Warzenvorhof in den Mund Eures Baby schieben, die Nase sollte dabei frei liegen und das Kinn Eures Babys sollte immer Kontakt mit Eurer Brust haben.

Ich hatte mit der „normalen“ meist bekanntesten Stillposition Probleme, die Kleine vor mich zu legen, sie festzuhalten und gleichzeitig meine Brustwarze zu halten und ihren Kopf ran zu drücken war mir unmöglich, eine der Stillberaterinnen zeigte mir dann eine andere Stillposition die ich auch heute noch ausschließlich nutze, sie nennt sich „Fußballgriff“ „Rückengriff“. Mit dieser Stillposition ist es für mich leichter das Baby richtig anzulegen. Außerdem eignet sie sich gerade für Kaiserschnitt-Mamas sehr gut, da das Baby nicht auf dem Bauch der Mutter liegt.

hwkb17_039

Wie genau Ihr Euer Kleines dabei anlegt müsst Ihr ausprobieren,  es liegt im Prinzip unter Eurer Achselhöhle (siehe Bild) mit seinen Füßen in Richtung Eures Rücken und liegt auf dem Rücken. Sein Gesicht liegt vor Eurer Brust und zu ihr gewandt.

Ihr legt Euch entweder ein Stillkissen um Euch und legt das Kleine darauf und habt somit beide Hände frei zum richtigen Anlegen, oder Ihr legt Euch das Baby auf den Unterarm, stützt mit der Hand seinen Kopf, so das Ihr den Kopf gut im Griff habt und nach vorne und hinten neigen könnt, mit der anderen Hand fasst Ihr Eure Brustwarze, nun haltet Ihr das Köpfchen nah an der Brust, die Brustwarze selbst sollte in etwa in Höhe der Nase Eures Babys sein und damit der kleine Piranha nicht gleich nach der Brustwarze schnappt und Euch damit vielleicht verletzt, streicht Ihr mit der Brust selbst, unterhalb der Brustwarze, langsam über die Lippen Eures Babys von oben nach unten, sodass Ihr die Brustwarze langsam nach unten gleiten lasst, wenn Euer Baby den Mund nun genug geöffnet hat dockt Ihr es zügig aber behutsam mit der Hand mit der Ihr das Köpfchen umfasst an die Brust ran. Ihr Umfasst also mit der einen Hand die Brustwarze und mit der anderen Hand dockt Ihr Euer Kleines an. Sollten einige Versuche missglücken braucht Ihr Euch keine Gedanken machen das ist völlig normal. Wenn Ihr merkt das Baby hat nicht genug Warzenvorhof im Mund, es nuckelt, beißt oder es schmerzt einfach, dann schiebt Ihr eurem Baby vorsichtig den kleinen Finger in den Mundwinkel um das Saugen zu unterbrechen, bevor iIhr es abnimmt.

Niemals einfach die Brustwarze rausziehen!

Da mein kleiner Piranha sofort zubeißt wenn sie den Finger bemerkt, hebe ich Ihre Lippe nach oben an, aber auch hier müsst Ihr aufpassen das sie dabei nicht saugt und somit der gleiche Effekt wie beim abziehen entsteht.

Ich persönlich setze mich auf meine Couch zum Stillen, lege mir mein Stillkissen in den Rücken und winkel mein Bein auf der Seite auf der ich meine Maus anlege an. Darauf lege ich mir schräg ein Kissen um meinen Arm gleich zu stützen. Nun lege ich das Baby mit dem Rücken auf meinen Unterarm und ziehe sie mit der freien Hand ersteinmal so weit nach hinten mit ihren Beinen, dass sie auf guter Höhe zu meiner Brustwarze liegt. Dann lege ich sie etwas seitlich. Wenn Ihr Euch mal in diese Position setzt mit dem Arm und nun so tut als würdet Ihr Euer Baby nun mit der Hand nach oben zur Brust führen, werdet Ihr merken das Euer Unterarm nun schräg zu Eurer Seite zeigt. Ich ziehe die Maus also so seitlich das sie mit dem Rücken gerade an meiem Unterarm anliegt wenn ich sie anlege.

Achtet darauf das der Rücken in Verlängerung mit dem Nacken Eures Babys gerade liegt und der Nacken nicht abgeknickt in eine Richtung ist oder der Kopf zur Seite gedreht ist.

Wie gesagt achtet darauf das Euer Baby richtig angelegt ist, solltet Ihr nur das kleinste Gefühl bekommen es tut weh, unterbindet das Stillen sofort und legt von vorne an.

Ich habe die ersten 2 Wochen noch starke Schmerzen beim Stillen gehabt aber mit der richtigen Technik wurden die Schmerzen schon deutlich gelindert, trotz entzündeter Warzen. Gerade das Ansaugen tat am meisten weh, also Augen zu und durch. Mit der Zeit hat sich meine Stillposition immer mehr verändert, ich drehte die Kleine mal mehr, legte das Kissen anders, irgendwann winkelte ich das Bein an, bis die Position dann irgendwann perfekt für mich und die Prinzessin war, versteift Euch also nicht zu sehr auf vorgegebene Positionen sondern verbessert ruhig etwas nach Eurer Vorliebe.

Tut Euch selbst den Gefallen und ruft Euch im Krankenhaus eine Hebamme oder noch besser eine Stillberatung hinzu gerade bei den ersten Malen, diese schaut ob Ihr richtig anlegt, zeigt Euch Techniken und gibt Euch Tipps. Denn wenn die Warzen erst einmal entzündet sind wird die Sache immer schmerzhafter. Auch wenn Ihr Zuhause seit könnt Ihr Euch jederzeit eine Stillberatung rufen, diese arbeiten meist ehrenamtlich und helfen Euch bei allen Themen rund ums Stillen!

Da meine Kleine am 3. Tag schon zu viel abgenommen hatte und nur noch schlief wodurch wir sie nicht angelegt bekamen, musste ich zwangsweise über Nacht abpumpen. Die Schwestern haben alles versucht aber sie war einfach zu erschöpft zum trinken an der Brust. Am 4. Tag sollten wir entlassen werden, aber da sie mit ihrem Gewichtsverlust schon an der Grenze angelangt war (10% des Geburtsgewichts das sie verlieren dürfen), musste ich Nachts also abpumpen und ihr per Flasche füttern. Würde ich heute nicht wieder tun aufgrund des Risiko einer Saugverwirrung und der Tatsache das die Nachfrage an der Brust fehlt, aber damals wusste ich es nicht besser. Auch wurde ich verunsichert mit Stillproben (Wiegen vor und nach dem Stillen) die ja überhaupt nicht wirklich aussagekräftig sind. Letzendlich hat meine Tochter aber genug zugenommen sodass wir nachhause durften.

Zuhause war das Anlegen natürlich auch noch schmerzhaft aber nach etwa 2 Wochen kann ich das Stillen nun endlich genießen. Eine Seite tut trotz verheilter Brustwarze noch etwas weh beim Anlegen, aber es ist oft so das man eine „bessere“ Seite hat, an der Technik selbst liegt es denke ich nicht da ich genauso anlege wie auf der anderen Seite, die Kleine saugt einfach anders wenn sie auf der Seite liegt, es ist aber nicht so schmerzhaft wie am Anfang oder das ich denken würde ich möchte nicht mehr Stillen, es ist einfach unangenehm, wird aber von Mal zu Mal besser.

 

Hier noch ein paar Tipps:

  • Achtet darauf das Ihr bequem sitzt.
  • So schwer es unter Schmerzen auch ist, verkrampft Euch möglichst nicht, denn dann fließt die Milch schlechter.
  • Massiert Eure Brüste vor dem Stillen das regt den Milchfluss an, habt Ihr oder das Baby etwas Probleme gehabt bisher beim Stillen solltet Ihr NICHT während dem Stillen massieren, denn dann lauft Ihr Gefahr dem Baby die Warze etwas heraus zu ziehen.
  • Tut sich Euer Kleines etwas schwer den Mund zu öffnen und der Trick mit dem Kinn runter drücken funktioniert nicht, kann es helfen etwas Milch herauszudrücken und die Warze an den Mund zu halten damit es die Milch schmeckt.
  • Ihr könnt Euch auch feuchte warme Tücher vorm Stillen auf die Brüste legen, auch dies regt den Milchfluss an und das Baby frustriert nicht so leicht, wenn die Milch mal nicht gleich läuft, gerade am Anfang.
  • Haltet Euch immer etwas zu trinken in Reichtweite, denn gerade beim Stillen wird man oft durstig.
  • Bereitet Euch den Stillplatz vor, bevor Ihr das Baby auf dem Arm habt, ich lege mir dazu bspw. ein Handtuch (falls ich ohne BH stille und die andere Brust während des Stillens ausläuft), das Spucktuch, eine Flasche Wasser bereit und zwar auf die Seite auf der ich nicht anlege, sodass ich an alles während dem Stillen heran komme ohne das Stillen unterbrechen zu müssen.
  • Entspannt Euch beim Stillen, auch das regt den Milchfluss an, macht Euch zb. entspannende Musik an und genießt die Zeit mit Eurem Schatz.
  • Wenn Ihr zuende gestillt habt verreibt die Restmilch auf Eurer Brustwarze (Wenn keine vorhanden ist drückt etwas Milch heraus) und lasst sie Lufttrocknen, es ist die beste Pflege für Eure Warzen ob entzündet oder nicht spielt dabei keine Rolle.
  • Habt Ihr schmerzende, entzündete Brustwarzen oder wollt sie einfach Pflegen besorgt Euch eine Brustwarzenpflege mit Wollwachs
    (auch Lansinoh
    bezeichnet), ich persönlich hatte Lansinoh
    und sie hat mir sehr geholfen und tut es noch. Schmiert Eure Warzen nach jedem Stillen, sobald die Muttermilch getrocknet ist, oder nach Bedarf zwischendurch nach dem Duschen etc. damit ein, eine feuchte Wundheilung ist hierbei besser als eine trockene. Das Fett wirkt auf den ersten Blick etwas teuer, ist aber sehr ergiebig.
  • Bei entzündeten Brustwarzen helfen auch sehr gut Multi-Mam Kompressen
    , diese bekam ich im Krankenhaus und sie waren gut schmerzlindernd und halfen bei der Entzündung. Allerdings sind  diese nicht ganz günstig.
  • Schwarzer Tee bei entzündeten Brustwarzen. Kocht den Tee ab und taucht  Kompressen darin, ob warm oder kalt ist dabei Euch überlassen, was Ihr als angenehmer empfindet, nun legt Ihr die Kompressen auf Eure Brustwarzen. Habt Ihr blutige Warzen solltet Ihr die Kompressen nicht drauf lassen bis sie getrocknet sind, den dadurch kann es passieren das die Kompresse durch das Blut kleben bleibt und Schmerzenn beim abziehen verursacht, nehmt sie also vorzeitig ab oder tupft die Warzen nur ab. Der Tee kann unter Umständen eine bitteren Geschmack auf der Warze hinterlassen, sollte Euer Baby nicht trinken wollen, könnt Ihr beim nächsten mal die Warzen vorm Stillen nochmal abwaschen.
  • Bei empfindlichen oder entzündeten Brustwarzen empfiehlt es sich NICHT die Warzen „abzuhärten“ wie es manche empfehlen mit einem Waschlappen oder Handtuch.
  • Bei entzündeten Brustwarzen empfhielt es sich keine enge Kleidung zu tragen, manche empfinden es als Erleichterung Zuhause garnichts zu tragen und manche empfinden es eher als Erleichterung einen passenden Still BH zu tragen, was Euch gut tut müsst Ihr selbst ausprobieren, Anfangs hatte ich Zuhause nichts an und lediglich unter meine Brüste ein Handtuch mit mir getragen, da die Milch oft raus lief. Mittlerweile tut mir der Still BH gut.
  • Auch wenn Eure Brüste spannen und vielleicht schmerzen weil zu viel Milch vorhanden ist, versucht möglichst NICHT abzupumpen. Ihr befindet Euch sonst in einem Teufelskreis, Angebot und Nachfrage.
  • Holt Euch Hilfe wenn Ihr Probleme beim Stillen habt!

Ich kann Euch auch nahelegen Euch einfach mal verschiedene Stillpositionen anzusehen, welche Möglichkeiten es gibt, außerdem ist es oft besser sich Videos anzuschauen da diese einfach verständlicher sind um die Technik zu durchschauen.

 

Ich hoffe das Ihr nicht gleich aufgebt wenn Ihr auch Probleme mit dem Stillen haben solltet, durchhalten lohnt sich und umso schöner ist es später. Am besten sorgt Ihr natürlich gleich vor, indem Ihr Euch von vornerein kompetente Hilfe holt.

In diesem Sinne eröffne ich nun auch die Milchbar und hoffe das Ihr bald wieder rein schaut und freue mich über Eure Kommentare und Nachrichten!

Und natürlich gibt es auch heute wieder ein Foto

11953017_987503967937994_2297281222209470151_n 00

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Schön, dass es dir besser geht nach der schlimmen Geburt und das bei euch zuhause jetzt alles so gut klappt 🙂
    Einer Studie die besagt das Kinder die gestillt werden intelligenter und auch sozial integrierbarer sind als solche die es nicht wurden, stelle ich jetzt aber mal offen in Frage, da weder ich noch mein Bruder und auch meine beste Freundin in unserem ganzen Leben nicht einen Tropfen Muttermilch gesehen haben und ich hab mit 17 Abi gemacht und stehe kurz vor meinem Staatsexamen in Jura, mein Bruder ist hochbegabt und hat ein Sportstipendium für die USA und meine beste Freundin hat ein 1,0er Abi gemacht und ist Ärztin ^^ und Allergien oder mehr Kinderkrankheiten als andere haben wir auch nicht.
    Solche Studien setzen werdende und junge Mütter, bei denen das Stillen warum auch immer nicht klappt einfach unheimlich unter Druck und können zu richtigen Depressionen führen, weil sie meinen ihren Kindern mit Flaschen- und Fertignahrung was schlechtes zu tun, was aber einfach nicht so ist.

    Antworten

    • Monas-Testlabor

      Hallo Laura,

      natürlich hast du Recht, es sind Studien die einen bestimmten Probantenkreis beinhalten, dies kann man natürlich nicht pauschalisieren auf alle Babys und die Studien waren ja auch nur kurze Beispiele die immer genannt werden.
      Das Muttermilch das beste ist was man seinem Kind mitgeben kann, kann man nicht bestreiten aber natürlich bedeutet es nicht das Flaschenkinder automatisch Allergien entwickeln oder einen niedriegereren IQ besitzen als Stillkinder, dies ist natürlich quatsch da hast du völlig Recht.
      Eine gute Mutter macht nicht die Milch aus die sie gibt, ob nun Mutter oder Pulvermilch, eine gute Mutter machen etliche andere Eigenschaften aus, ich hoffe das nehmen sich die Mamis die aus welchem Grund auch immer nicht stillen können auch zu Herzen.

      Liebe Grüße
      Mona

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*